Schlagwort: Glück

Seid barmherzig

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“
hat Jesus gesagt. Dieser Satz wird viele Menschen durch das Jahr 2021 begleiten. Es ist die Jahreslosung.
Barmherzigkeit. Was für ein schönes, altmodisches Wort. 
Barmherzig.
Was könnte man noch dafür sagen? Tolerant? Ach, das trifft es nicht so ganz. Barmherzigkeit ist mehr als Toleranz. Im Wort barmherzig steckt das Wort Herz. Das Herz ist der Sitz der Liebe. Man könnte vielleicht sagen: Barmherzigkeit ist Toleranz, wenn du liebst, wenn es wehtut.
Ich habe meine Konfirmandinnen und Konfirmanden gefragt: „Glaubt ihr, dass die Natur uns liebt?“ 
Sie haben energisch den Kopf geschüttelt: „Auf keinen Fall! Bei allem was wir ihr antun! Die Natur kann uns gar nicht lieben“ 
Sie haben ja Recht. Aber Liebe kann ich mir nicht verdienen. Sie ist einfach da. Ich glaube: Die Liebe der Natur, die Liebe des Schöpfers, ist eine barmherzige. Eine Liebe, die wehtut. 
Ich werde geliebt, obwohl ich so bin wie ich bin. 
„Sei barmherzig, wie auch dein Vater, dein Schöpfer, wie auch die Natur barmherzig ist.“
Wie kann ich barmherzig sein? 
Ich möchte Ihnen heute ein altes Segenswort mit auf den Weg geben:
Mögest du sicher und in Frieden sein. 
Mögest du freundlich und fürsorglich zu dir selbst sein. 
Mögest du dich so akzeptieren und lieben wie du bist – dich und die anderen auch. 
Das ist für mich Barmherzigkeit. 

Glücklich sein

Menschen wollen vor allem eins: glücklich sein.
Ist das nicht egoistisch und selbstbezogen? 
Ich glaube nicht.
Wenn ich unglücklich bin, dann läuft gar nichts, dann werde ich unausstehlich, dann kreisen meine Gedanken nur um mich selbst. Ich bin zu nichts zu gebrauchen…
Aber wenn ich glücklich bin, dann bin ich kreativ, dann bin ich auch offen für die Sorgen und Nöte der anderen. Wenn ich glücklich bin, kann ich viel besser zuhören.
Glücklich sein ist wichtig. Aber was macht mich wirklich glücklich?
Mit Schülerinnen und Schülern hat man folgendes Experiment gemacht:
Als sie morgens den Klassenraum betraten, hat man sie gebeten: „Vervollständige für dich selbst folgenden Satz: 
 „Ich bin froh, dass ich…“
Also zum Beispiel „Ich bin froh, dass Lea meine beste Freundin ist.“
Sie mussten den Satz fünfmal wiederholen. Die Atmosphäre in der Klasse war den ganzen Tag über gut.
Am folgenden Tag sollten sie einen anderen Satz zu vervollständigen und fünfmal zu wiederholen:
„Ich wäre lieber…“
Zum Beispiel: „Ich wäre lieber so cool wie Tom.“ 
Die Stimmung in der Klasse war an diesem Tag gereizt und schlecht. 
Ja, so ist das wohl: im Unglück vergleiche ich mich mit anderen – im Glück bin ich dankbar für das, was mir geschenkt ist.