Ich liebe die Bücher von John Irving: Owen Meany, Gottes Werk und Teufels Beitrag, Königin Esther – keines unter 400 Seiten; manchmal etwas langatmig. Aber John Irving beschreibt die Menschen so liebevoll.
Zum Beispiel Owen Meany: Er ist ein kleinwüchsiger Mann mit einer schrecklichen Stimme. Eine winzige OP und er könnte ganz normal sprechen. Aber er lehnt das ab: „Gott hat mir diese Stimme gegeben.“
Oder Jimmy Winslow: Der hat zwei Mütter. Die beiden haben sich abgesprochen: Esther hat ihn geboren und ihre Schwester Honor hat ihn allein großgezogen.
Die Heldinnen und Helden in John Irvings Romanen leben liebenswert schräg.
Ich glaube: Seine Romane sind langatmig, weil die Liebe einen langen Atem braucht.
Diese fremde Art zu leben, ist voller Würde und Schönheit – eben liebenswert.