Monat: Februar 2012

Über die Hoffnung…

„Die Hoffnung kann wie ein Pflanze sein,
die sprießt und wächst
und den Menschen am Leben erhält,
aber auch wie eine Wunde,
die nicht heilen will.“
Carsten Jensen, Wir Ertrunkenen, S. 71

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Nichts besitzen – alles haben

„Ich besitze nichts und habe alles“ schreibt Paulus.
Ich kenne dieses Gefühl:
als ich das erste Mal so richtig verliebt war, bei der Geburt unserer Söhne, auf meinem ersten Dreitausender, im Ziel beim Berlin Marathon.
Du besitzt nichts und hast alles.
Im Grunde ist das die Formel fürs glücklich sein.
Bei mir sind das immer nur kurze Momente.
Wenn ich Paulus richtig verstehe, dann sagt er: „das ist mein Grundgefühl.“
Geht das?
Und wenn das geht, dann will ich das auch…

Der Mensch bleibt immer derselbe…

„Der Mensch ist immer derselbe.
Man ist, wie man mit zwei Jahren war oder als Säugling und bleibt bis zum Ende so.
Was einen ausmacht, verliert man nicht.“

(Der ungarische Schriftsteller Peter Nadas in einem Interview der FAS am 19. Februar 2012)

Ich hoffe und ich fürchte er hat Recht: Der Mensch ändert sich nicht. Was mich ausmacht, bleibt.
Aber vielleicht lerne ich ja, besser mit mir umzugehen – im Laufe meines Lebens?

Göttliche Ethik?

Hallo T,
entschuldige, dass ich mich erst heute melde. Gerade so viel los…
Du schreibst, bei Euch im Unterricht geht es vor allem um Ethik. Um die Frage, ob es eine göttliche Ordnung im Zusammenleben der Menschen gibt.
Was glaubst du denn? Gibt es so etwas? Einen Verhaltenskodex, der für alle gilt? Die Zehn Gebote oder etwas ähnliches? Und wenn ja, ist das etwas Göttliches oder eher das Produkt menschlicher Intelligenz? Beste Grüße und ein schönes Wochenende
Dein Friedhelm

Göttliche Ordnung?

Hallo Friedhelm,
wie siehst du als Theologe eigentlich die göttliche Ordnung?
Das haben wir grad im Religionsunterricht.
Bzw. die Frage nach der göttlichen Ordnung?
Liebe Grüße
T.

Kleine Anfrage – tja, was antworte ich da? Hat jemand eine Idee?

Namen…

Der Personalchef liest den Namen auf ihrer Bewerbung und schaut sie bedauernd an: „Sie haben es schwer, oder?“ Die junge Frau nickt traurig. Sie heißt mit Vornamen Chantal Paris. Ihre Eltern haben es sicher gut gemeint. Aber sie haben ihr eine schwere Bürde auferlegt. Natürlich ist das Unsinn. Natürlich kann man niemanden nach seinem Namen beurteilen. Und wir tun es doch.
Und wenn wir einem Kind einen Namen geben, dann geht es nicht nur um Wohlklang. Dann geht es um Erwartungen.
Namen erzählen Geschichten. Die Geschichten der Eltern eines Kindes: Ihre Sehnsucht nach der großen, weiten Welt; ihren Dank und ihre Freude für dieses Kind, ihre Erinnerung an einen lieben Menschen. Und mit diesen Geschichten sind immer auch Erwartungen verbunden, bewusst oder unbewusst:
Es wäre schön, wenn du so wirst wie dein Großvater.
Wir wünschen dir, dass du die große, weite Welt kennenlernst, dass du Erfolg hast.
Wir geben dir einen normalen, unauffälligen Namen, damit du es leicht hast und gut durchs Leben kommst.
Wir geben dir einen außergewöhnlichen Namen, damit jeder gleich hört: Du bist etwas Besonderes.
All das schwingt mit im Namen eines Menschen – mal bewusst, mal unbewusst. Und das Kind wird damit leben – dürfen oder müssen, je nachdem.