Schlagwort: Vögel

Flügelschlag

Wetten, dass ich die Vögel in unserem Garten an ihrem Flügelschlag erkennen kann?
Na gut, nicht alle, aber ein paar.
Ich sitze gern am Futterplatz, schaue, wie die Vögel kommen und gehen – oder besser fliegen: die Spatzen und Meisen, die Tauben und Raben. 
Seit einiger Zeit höre ich auf ihren Flügelschlag. 
Es ist wirklich so: Eine Meise klingt beim Abflug anders als ein Spatz, eine Taube ganz anders als ein Rabe. 
Ach, schade, dass es „Wetten das…“ nicht mehr gibt! Das wäre doch mal eine Wette: Wetten, ich kann unsere heimischen Vögel an ihrem Flügelschlag erkennen?
Dafür müsste ich natürlich noch viel üben – aber das macht ja auch Spaß: 
Ich schließe die Augen und weiß, wer da gerade fliegt: die Meise oder der Spatz.  
In der Bibel lese ich über die Natur, die Schöpfung: „Siehe, sie ist sehr gut!“ 
Stimmt – „und höre, sie klingt sehr schön.“

Tu was!

Tu was
„Im Übrigen ist in den letzten Jahrzehnten leider viel zu viel über das, was man tun sollte oder könnte geschrieben und geschwafelt worden – leider auch von mir. Jetzt gilt es vor allem, anzupacken.“ (Peter Bertold, Unsere Vögel, S. 16)
Das schreibt Peter Bertold, ein Mann, der weiß, wovon er spricht.
Peter Bertold kämpft seit Jahrzehnten für unsere heimischen Singvögel. Er war viele Jahre Leiter der Vogelwarte in Radolfzell. Dort hat er hautnah miterlebt, wie dramatisch die Zahl der Vögel zurückgeht. Peter Bertold hat gewarnt und gekämpft und er hat ein einfaches Konzept entwickelt: Wenn wir nur zehn Prozent unserer Fläche den Pflanzen und Tieren überlassen würden, dann wäre allen geholfen. Mit dieser Idee war er sogar beim damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl. Der fand die Idee spannend. Doch Helmut Kohl hatte auch seinen Landwirtschaftsminister dabei. Und Peter Bertold schreibt: „Als ich dem in die Augen sah, da wusste ich: Es hat keinen Zweck.“
Danach ist Peter Bertold in ein tiefes Loch gefallen. Er hatte das Gefühl: „Du kannst tun und lassen was du willst. Es hat keinen Sinn. Es ändert sich nichts.“
Doch irgendwann hat er sich wieder aufgerafft. Heute, mit 85 Jahren, ist er ein glücklicher und zufriedener Mann.
Was ist passiert?
Peter Bertold hat das getan, was er tun konnte: Gemeinsam mit anderen hat er erste Biotope in seiner Heimat am Bodensee angelegt: Er hat Hecken gepflanzt und Teiche angelegt. Und er hat leidenschaftlich dafür gekämpft, dass wir endlich anfangen, Amsel, Drossel, Fink und Star zu füttern – nicht nur im Winter, sondern das ganze Jahr über. Er sagt: „Wir werden die Welt nicht retten, aber wir können mit unserer Liebe das schlimmste verhindern.“
Es ist so: Man sollte – man könnte – man müsste – das treibt uns in die Ohnmacht. Aber die Liebe ist der Weg der kleinen Schritte.
Jesus drückt das so aus: „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.“