Ich lese in der Bibel:
„Hauch ist der Mensch und sein Leben gleicht dem schwindenden Schatten.“
Mein Leben nur ein Hauch?
Ein Schatten, der schwindet?
Wenn ich es mir recht überlege:
Ich weiß fast nichts über meinen Großvater.
Er ist vor meiner Geburt gestorben.
Und wer erinnert sich an mich in hundert Jahren?
Manchmal fühlt sich das genauso an:
Ja, mein Leben ist ein Hauch, mehr nicht.
Doch dann sitze ich im Garten:
Die Sonne bricht durch die Wolken, die Schatten schwinden, die Blumen sind in ein wundersames Licht getaucht.
Dann fühle ich mich getröstet von diesem uralten Wort:
„Hauch ist der Mensch und sein Leben gleicht dem schwindenden Schatten.“
Dann spüre ich diesen Hauch des Lebens, dann weiß ich:
Du lebst! Jetzt!
Du lebst aus dem Hauch, dem Geist Gottes.
Und die Schatten?
Sie werden der Morgenröte weichen.