Du sollst nicht

Andacht für den NDR. Zu hören heute gegen 9.20 Uhr auf NDR Radio Niedersachsen

Wir Christen sagen: Die Zehn Gebote sind eine Richtschnur fürs Leben. Sie sollen unser miteinander regeln.
Aber: Das sind ja fast alles Verbote!
Du sollst nicht töten, sollst nicht stehlen, du sollst nicht Ehebrechen, du sollst nicht…
Acht der zehn Gebote sind Verbote, Warnungen.
Bremst uns das nicht aus?
Wir haben doch gelernt, positiv zu denken, aufs Leben zuzugehen! Wir wollen vor allem wissen, was wir tun und nicht, was wir lassen sollen.
Aber je länger ich Seelsorger bin, desto deutlicher wird mir der Sinn der zehn Gebote.
Kurz vor der Silberhochzeit muss er dringend mit mir sprechen. Er ist verzweifelt. Seine Frau hat ihn verlassen. Von heute auf morgen. „Wir lieben uns doch!“ sagt er „und ich war ihr immer treu – bis auf dieses eine einzige Mal. Und es bedeutet mir überhaupt nichts. Aber das ist ihr völlig egal. Sie kann mir nicht verzeihen. Was soll ich bloß machen?“
Die beiden brauchen lange, bis sie wieder zusammenfinden.
Ein einziger Fehler – und ein ganzes Leben kann zerbrechen.
Du bist dein Leben lang unfallfrei gefahren. Doch dann bist du einen Moment unaufmerksam.
Ihr seid seit Ewigkeiten gute Nachbarn. Und dann macht er eine abfällige Bemerkung über deine Tochter.
Wir sollen positiv denken. Es gut meinen, unseren eigenen Weg gehen. Das erzählt uns heute jeder Ratgeber. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Zum erwachsen sein gehört es genauso, Dinge nicht zu tun, denn du kannst nichts zurückholen.
Doch zwei Gebote sagen uns auch, was wir tun sollen: Du sollst den Feiertag heiligen. Das heißt für mich: Nehmt euch Zeit füreinander, feiert das Leben. Atme durch und lass los. Mindestens für einen Tag in der Woche.
Und das zweite, positive Gebot lautet:
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass dir´s wohlgehe und du lange lebst auf Erden.“
Kümmere dich um die Menschen, die Gott dir anvertraut – auch im Alter.
Zusammen bleiben in Freud und Leid. Das ist das Fundament des Lebens.

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