Noch einmal Gerhard Meier:
Der Schweizer Schriftsteller hat seinen Glauben in drei Sätzen formuliert:
Der erste lautet:
„Ich mag das Haschen nach Wind.“
Ich mag es auch, das Haschen nach Wind:
Ich höre sein Rauschen in den Pappeln. Ich weiß nicht, woher er kommt und wohin er geht. Ich werde ihn nie zu fassen kriegen. Aber ich höre ihm gern zu: wie er brüllt, wie er rauscht, wie er säuselt.
„Als Christ darf ich arm sein und schwach“,
so lautet der zweite Glaubenssatz von Autor Gerhard Meier:
Er hat seinen gut bezahlten Beruf als Ingenieur aufgegeben. Er wollte von nun an nur noch eins: schreiben. Seine Frau Dorli hat als Kioskverkäuferin gearbeitet, von diesem Geld haben sie jahrelang gelebt, mehr schlecht als recht.
Mach dich arm, mach dich schwach für das, was zählt in deinem Leben. Für Gerhard Meier ist es das Schreiben gewesen.
Sein dritter Glaubenssatz lautet:
„Als Christ darf ich wissen, dass wir Vertriebene sind – aber heimfinden.“
Nein, ich lebe nicht im Paradies. Aber ich finde seine Spuren: in den Blumen im Garten, in der Schönheit der Schöpfung und in der Liebe der Menschen, die mir nahestehen. Manchmal, für einen Moment, führen sie mich zurück ins Paradies.