Schlagwort: Freude

Glücklich?

Glücklich?
Was macht uns glücklich?
Zu diesem Thema kann man unglaublich viel lesen. Jetzt habe ich endlich mal einen Ansatz gefunden, der mich überzeugt. Der Verhaltensforscher Paul Dolan sagt: Das Glück hat zwei Flügel: etwas Sinnvolles tun und Freude haben. Du brauchst beides: Aufgaben, die dich erfüllen und Dinge, die du einfach nur so tust, aus Spaß an der Freud. Nur Spaß haben macht das Leben hohl. Aber nur arbeiten eben auch.
Wir sind glücklich, wenn wir eine sinnvolle Arbeit haben, etwas Gutes tun können – und wenn wir feiern, schöne Musik hören, uns an der Natur freuen…
Das ist auch das Fundament unseres Glaubens: Sorgt euch nicht – und sorgt euch sehr.
Im Grunde sagt Jesus immer beides. Nehmt dankbar an, was euch geschenkt wird. Und gebt, was ihr könnt.
Bei uns im Dorf haben wir Jugendlichen damals beim Stroheinfahren geholfen. Jeden Tag bei einem anderen Bauern. Das war harte Arbeit. Aber jeden Abend wurde gefeiert. Wieder hatte eine Familie die Ernte unter Dach und Fach. Es war eine glückliche Zeit.
Wer nichts Sinnvolles zu tun hat ist arm dran. Wer keine Freude hat auch.
Jesus erzählt ständig Geschichten, die beides betonen, Pflicht und Freude:
„Seht die Schwalben am Himmel,“ sagt er, „sie sähen nicht, sie ernten nicht – und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Macht euch keine Sorgen.“
Und auf der anderen Seite erzählt er das Gleichnis vom barmherzigen Samariter: Ein Mann lässt alles stehen und liegen, um einem zu helfen, der unter die Räuber gefallen ist.
Wer glücklich sein will braucht die richtige Mischung aus sorglos und sinnvoll, aus Arbeit und Freude.

Es ist vollbracht

Es ist vollbracht
„Es ist vollbracht!“ ruft der Radio Reporter begeistert. „Das Spiel ist aus! Die Eintracht hat gewonnen!“
Früher habe ich mich immer geärgert, wenn ich das gehört habe.
Ich habe gedacht:
„Du meine Güte, weiß der eigentlich was er da redet?“
„Es ist vollbracht.“ Das sind die letzten Worte Jesu am Kreuz! Und der benutzt sie für das Ende eines schnöden Fußballspiels. Und keiner merkt´s.
Es ist vollbracht. Das ist zu einem geflügelten Wort geworden. Es begegnet mir an allen Ecken und Enden: Wenn jemand eine Prüfung bestanden hat, am letzten Tag vor dem Urlaub, immer wieder: „Es ist vollbracht.“
Früher habe ich gedacht: „So weit haben wir uns schon entfernt von unserer christlichen Tradition, dass dieses Wort so gedankenlos und sinnentleert benutzt wird!“
Inzwischen sehe ich das anders. Wo immer mir dieser Satz begegnet, höre ich den Wiederhall der Auferstehung. Die Sehnsucht nach Ostern.
Ein Sieg im Fußball ist nur ein kurzes Glück, der nächste Gegner wartet schon. Die Prüfung ist bestanden, gut. Aber jetzt kommt das Berufsleben, das wird auch kein Zuckerschlecken. Doch die Sehnsucht ist da. Ich will endlich ankommen. Will nicht mehr kämpfen, mich nicht mehr beweisen müssen; will sie spüren, die bedingungslose Liebe.
Es soll endlich vollbracht sein.
Doch das ist es längst.
Ich kann es sehen und fühlen, wenn ich achtsam bin.
Ein Freund erzählt vom Tod seiner alten Mutter. Er hat lange an ihrem Sterbebett gesessen.
Schließlich hat er sie gefragt:
„Möchtest du noch leben?“
Sie hat nickt: „O ja!“
„Hast du Angst vor dem Tod?“
Da hat sie gelächelt: „Aber nein!“
„Es ist vollbracht.“
Die letzten Worte Jesu am Kreuz singen sich in unser Leben, hinterlassen Spuren von Sehnsucht und Liebe.
Frohe Ostern!

Knopf im Ohr

Sie steht mir gegenüber, strahlt mich an und nimmt den Knopf aus dem Ohr.
„Du hörst viel Musik?“ frage ich.
Sie lacht: „O ja! Am liebsten hätte ich die Dinger den ganzen Tag auf. Immer die richtige Musik zum richtigen Anlass.“

Was haben wir doch für Möglichkeiten!
Du kannst jederzeit und überall die Musik hören, die dir gefällt.
Der Soundtrack für dein Leben.

Was hätten wohl Paul Gerhardt oder Johann Sebastian Bach davon gehalten?
Ob sie auch mit dem Knopf im Ohr…?
Möglich wäre es, oder?
Na gut, die beiden hätten das nicht gebraucht. Sie hatten genug Musik im Kopf.
Aber trotzdem:
Was hätten sie gehört, wenn sie fröhlich oder wenn sie traurig waren?
Das Schöne ist ja: Man muss es nicht einmal verraten. Hört ja keiner.

Bis jetzt war ich skeptisch bei den Menschen, die immer den Knopf im Ohr haben: in der Straßenbahn, beim Joggen, beim Fahrrad fahren… Ich habe auch gern mal vom Gehirnschrittmacher geredet. Und ich selbst kann das gar nicht gut haben, die Musik im Ohr. Habe Angst, dass ich dann nichts mehr mitkriege, „Angst vor Kontrollverlust,“ würden die Psychologen sagen.

Immer den Knopf im Ohr? Ach ich weiß nicht.
Aber ab und zu ist es doch ganz schön: meine Musik.
Ganz für mich allein.
Was würde ich heute morgen hören?
Das verrate ich nicht.
Nur so viel: Sicher etwas fröhliches.