Schlagwort: Vertrauen

Was trägt

Treffen im Meer zwei junge Fische einen alten. Sagte der alte Fisch: „Na Jungs, wie ist das Wasser heute?“
Die beiden jungen Fische schwimmen wortlos weiter. Nach einer Weile fragt der eine den anderen: „Was zum Teufel ist Wasser?“
So geht das. Du lebst vor dich hin und weißt gar nicht, was dich trägt. Alles ist so selbstverständlich. Aber was hätten die beiden jungen Fische davon, wenn sie wüssten, was Wasser ist? Na ja, sie würden sich nicht mehr wundern, dass es im Leben mal kalt und mal warm ist, denn Wasser hat nun mal nicht immer die gleiche Temperatur. Es wäre ihnen auch klar, dass sie manchmal von einer großen Welle getragen werden. Alles ist leicht, geht wie von selbst. Dann wieder müssen sie gegen mächtige Strömungen ankämpfen, müssen aufpassen, dass sie nicht mitgerissen werden. Aber das Wasser trägt sie immer. Darauf können sie sich verlassen.
Wer die Kräfte kennt, die sein Leben bestimmen, kann besser mit ihnen umgehen und weiß auch, dass er nicht alles selbst bestimmt.
Ich bin mit Wasser getauft. Manchmal lasse ich mich treiben wie im Meer an einem blauen Sommertag. Dann wieder wirbelt es mich durcheinander und ich muss aufpassen, dass ich nicht untergehe. Doch die Kraft, die mich trägt, ist immer da – es tut gut, das zu wissen.

In die Zukunft schauen…

Würdest du gern in die Zukunft schauen?

Die meisten antworten auf diese Frage:
„Man gut, dass man das nicht kann.“
Ist das so?
Von Jesus wird berichtet, dass er genau wusste, was auf ihn zukommt:
Folter und Kreuz. Er kündet es seinen Jüngern sogar an.
Wie kann er dann so gelassen sein? So gegenwärtig? Wie kann er so sorglos sein wie die Vögel am Himmel und die Lilien auf dem Felde?
Ach, das ist ja kein Geheimnis. Wir wissen es doch alle:
Du kommst durch die finstersten Täler und über die höchsten Berge – wenn du weißt:
Ich werde erwartet.
Frohes Neues Jahr!

Abraham oder die Versuchung des Alters

„Abraham aber war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran zog.“
Ein alter Mann, fürwahr! Was hat den eigentlich getrieben?
In der Bibel heißt es ganz schlicht: „Und der Herr sprach zu ihm.“
Den Herrn kannst du durch „das Leben“ ersetzen, oder „die Sehnsucht“ oder auch die drohende Langeweile. Jedenfalls verfolgt er ein ganz anderes Lebensmodell als wir: Mit 75 will doch nun wirklich keiner mehr arbeiten. Und schon gar nicht die Stadt verlassen und als Nomade durch die Gegend ziehen. Rechtlos und nur mit dem, was er und seine Sippe tragen kann. Altersvorsorge hat er ja betrieben, er ist ein vermögender Mann. Und wenn er schon keinen Sohn hat, so doch Lot, seinen unsteten Neffen. Den zieht er mit.
Er gibt seine Träume nicht auf; nicht den vom Sohn und auch nicht von den von einer Zukunft. Und er ist sich sicher, dass das Leben auf seiner Seite steht, immer noch. Warum eigentlich? Er ist alt. Hat es hinter sich. Nicht nur für uns, auch für seine Verwandtschaft, für „seines Vaters Haus.“ Die Erben lecken sich schon die Lippen. Wo kein Sohn ist wird verteilt.
Er hört eine Stimme.
Die sagt: „Das war es noch nicht, mein Lieber!“
Es ist so schön, sich einzurichten. Es ist so bequem zu sagen: „Das muss ich mir nicht mehr antun.“ Es ist ja vorgesorgt.
Abraham sagt das nicht.
Er widersteht der Versuchung des Alters.