Maria auf der Flucht

Mein „Wort zum Sonntag“ für die Braunschweiger Zeitung.

Maria auf der Flucht
Die Figur war auf der Fensterbank hinter einen Blumentopf gerutscht. Eine wunderschöne Schnitzarbeit: Maria, das Kind im Arm, auf einem Esel reitend. „Die ist mir beim Wegräumen doch glattweg durchgerutscht“ dachte sie lächelnd.
Der Weihnachtsschmuck war noch nie so früh aus ihrer Wohnung verschwunden wie in diesem Jahr. Für die große Silvesterparty hatte sie gleich in der Woche zwischen dem Fest alles wieder in die Truhe im Keller geräumt. Und auch der Baum lag schon am Altjahrsabend am Straßenrand. „Komisch“ dachte sie. „Ich hatte mich so auf Weihnachten gefreut. Aber irgendwie geht das Fest immer schneller vorbei. Als ich Kind war, stand der Baum ewig bei uns im Wohnzimmer, mindestens bis zum Dreikönigstag. Wir haben immer noch mal die Kerzen angezündet. Und wenn er dann Mitte Januar abgeplündert wurde, war ich traurig. Jetzt kann es mit dem Wegräumen gar nicht schnell genug gehen.“
Und nun hält sie diese Figur in der Hand, ein altes Erbstück. Sie schaut genauer hin: Maria reitet auf einem Esel und trägt das Kind im Arm.
Da wird ihr klar: Natürlich! Das ist gar keine Weihnachtsfigur! Jesus ist ja schon geboren! Sie sind schon auf der Flucht nach Ägypten!
„Passt gut zu mir“ denkt sie. „Ich bin dauernd unterwegs, das Leben wird immer hektischer. Ich weiß nicht wovor und ich weiß nicht wohin, aber ich bin ständig auf der Flucht. Von einem Ereignis zum nächsten. Ich finde kaum noch Ruhe.“
Nachdenklich stellt sie die alte Schnitzerei auf ihren Schreibtisch.
Maria, das Kind und der Esel.
Sie werden sie das ganze Jahr über begleiten.
Friedhelm Meiners, Pastor an St. Martini

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14 Gedanken zu “Maria auf der Flucht

  1. Danke…

    Eine schöne Nachdenkerei!

    Bei uns steht der Weihnachtsbaum noch bis übernächste Woche. Und die Lichterketten am Fenster sind auch noch da.

    Das ist ein so schönes, zärtliches Licht, wenn wir Frühstücken…

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  2. Mein Begleiter, aus Fleisch und Blut, ist nicht geschnitzt, hat keinen Schönheitswettbewerb gewonnen. Aber zärtlich ist er.
    Wegräumen würde ich den nie. Maria sehe ich jeden Tag im Spiegel, seitenverkehrt. Die räume ich auch nicht weg.
    Stoffwechsel ist unabhängig Astrologie und Maskottchen.
    Freitag, der 13te krazt mich auch nicht.

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  3. Ich finde es schade, dass scheinbar keiner mehr weis und wahrnimmt, dass Weihnachten eigentlich bis zum 2. Februar, dem Fest Mariä Lichtmess geht. In der Gesellschaft beginnt Weihnachten viel zu früh, oft liegen schon lange vor dem Ewigkeitssonntag die Weihnachtsgebäcke in den Geschäften und nach dem Weihnachtsfest im Dezember erscheinen schon bald die Osterhasen in den Supermärkten. Das spiegelt eben diese Hektik und Unruhe unserer Zeit. Das man Weihnachten noch viel länger als bis zum Dreikönigstag (eigentlich Epiphanias) begehen kann ist leider verloren gegangen. Die eigentlich sanft geprägten Zeiten, wie die Heimlichkeit und Vorfreude im Advent fehlen ebenso, wie insbesondere das Verständnis für die Vollendung des Heilsgeschehens mit Ostern und der Gründung der Kirche mit Pfingsten. Das wissen die Menschen um uns herum leider kaum noch und wir machen uns oft auch nicht mehr die Mühe, es Ihnen in besonderer Weise zu vermitteln. Ich selbst habe ein besonderes Verhältnis zu Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten. Weihnachten ist für mich der Beginn des Heilsgeschehens, was dort zur Vollendung kommt.

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    1. Formulierung der Apotheke ist keine Fabulierung,
      Für Heil und Kostenpläne empfehle ich die Krankenkasse. Da gibt es Rechtschutz, der mit vollendeter parteiischer Glaubenswissenschaft nicht ist.

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    2. Amen.
      Aber das liegt leider in unserer Epoche, wo man auch Tomaten zu jeder Jahreszeit kaufen können will und auch mitten in der Nacht eine Sonnenbrille… wir verlieren jeden Bezug zu Lebensrhythmen, weil alles immer verfügbar sein soll, und werden hektisch und nervös, sobald sich etwas gegen diese Allverfügbarkeitsphantasien sperrt.

      Ich muß leider sagen, das Dummgeschwätz von „Erdlicht“, beständig am Thema der Blogeinträge vorbei und mittlerweile mit jeweils mehreren „Kommentaren“, nicht zuletzt auch unangemessenen „Antworten“ auf andere, sachlich passende, Kommentare, stört das Lesevergnügen hier doch erheblich. Sämtliche anderen Kollegen, deren Blogs ich verfolge, unterbinden dieses Trollen.

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      1. @Lobo_just_Loco

        dein Kleingedrucktes ist wohl hier Thema?

        Dein glaubenselbster Busenfreund Theomix, wie du selbst, sollte erst mal BGB, Menschenrechte, AGB des Counter lesen. Im Zweiten solltet ihr lernen, wie man ein Thema erstellt, ggf. eine rechtsgültige eigene AGB.
        Wer dazu unfähig ist, lerne erst mal lernen, ehe er meint belehren zu können, bzw. Herr und Richter der Welt zu spielen.

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      2. Behauptung, übernatürliches Geblubber, ohne sachdienlichem Grund, Argument, verifizierende Elemente, Beweis, fehlende Sicherheit, im Verständnis Höchstwahrscheinlichkeit, bzw. Annahme-, Tatsachenvermutung. (Din-, Iso-, Eich-, Informationsfreiheitsgesetz), geht eindeutig auf Nervösität ggf. auch Allmachts-, Allverfügbarkeitsphantasien zurück.

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  4. Wonnemonat Mai = mesnis Marie (italisnisch
    war nach Aberglaube Monat der Welterschaffung

    Sanskrit
    Manjari-piñjarita [maJjarIpiJjarita]
    =Perlen, Gold, gelblich, Blumen
    http://www.sanskrita.org/wiki/index.php/maJjarI

    von dort aus ging es nach Mari Stadt in Mesopothanien

    Wahrscheinlicher Umschlagplatz Persien, Sussa,

    Mari
    ist Fundort des Schatzes von Ur. Tempel Mari. Eine längliche Perle mit der Inschrift Mesanepadas, eines Königs von Ur, sowie Karneolperlen mit eingeätzten Mustern[1], wie sie zu jener Zeit vermutlich in Städten der Indus-Kultur produziert wurden.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Schatz_von_Ur

    Gott des Landes Meluhha. http://de.wikipedia.org/wiki/Sumer
    Gujarat (Gujarati ) http://de.wikipedia.org/wiki/Gujarati ist Identisch mit Meluhha.

    Dort findest du wenigstens geschichtshistorische Person.

    Marie ist italinisch der Name für Mai

    meshi (japanisch) Reis (Nahrung) = mesnis Marie (Italien) = Mai = in Japan Einpflanzzeit Reis.

    Alles kein Anlass zu Luftschlosspersönlichkeiten.

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  5. Heilsgeschehen in Vollendung?

    Ein weiterer Schwerpunkt der diesjährigen Synode war nach Angaben von Schneider das Thema Ökumene. Die evangelische Kirche im Rheinland hatte während der Synode ihre Gläubigen aufgefordert, in diesem Jahr an der Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier teilzunehmen. Bislang sei die Verehrung der Reliquie aus der evangelischen Tradition heraus abgelehnt worden, erklärte der Präses. Er sei aber heute eine Chance, Jesus Christus, als „einen gemeinsamen Mittelpunkt der Kirchen“ zu feiern.
    http://nachrichten.t-online.de/synode-in-bad-neuenahr-im-zeichen-von-finanzen-und-oekumene-beendet/id_53146520/index?news

    Irgendwann tauchen noch die vollen Windeln, zur Verehrung auf.

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  6. Ruhe? Flucht?
    Stoff/Nahrungs/Atmungskreislauf kann keine Ruhe sein.
    Stress mit Kalenderei „Schuld“ ist eher kerikal hausgemachtes Problem, im Eigennutz. Wenn ich jeden Auftrag zur Verehrung von Dinglichem ausführen wollte, hätte ich bestimmt Stress.

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  7. Geschnitzte Macht auf Flucht oder als Begleiter?

    Wenn geschnitzte (flüchtende) Maria, Kind und Esel.
    das ganze Jahr über begleiten, ist das magisches Denken.
    oder Spaßmacher. Jedenfalls ist es kein Schadensbringer.

    Trolle
    Ich bin nur verstrahlt, nicht verseucht.
    Ich sehe was, was du nicht siehst. Und das ist bunt. Harribo macht Kinder froh. Und Erwachsene ebenso.
    (Meine Schwester aber nicht). Zahlen dürfen die Gläubiger.
    Es kommt auch auf die Perspektive an, ob Wolken vor dem Regnen dunkelgrau erscheinen. Schöpfwerke lediglich die Aufgabe, das Wasser von einem niedrigeren auf ein höheres Niveau zu heben, danach fließt es selbsttätig über natürliches Gefälle in Rinnen oder über Aquädukte seiner weiteren Bestimmung zu.Zu Risiken und Nebenwirkungen frage den Arzt und Apotheker.

    -Trolle
    stammen mythologisch wie Göttin Hel (Hölle) aus Norwegen. Mythologischer Teufel, ist nicht Selbiges wie mythologischer Satan.

    – Satan
    verstehe ich eher als Staatsanwalt. Der ist gewöhnlich nur gerne gesehen, wenn es um Umsetzung eigenes Recht, Gerechtigkeit, geht.

    Geschmückter Baum sollt Mythras (Sonnengott) huligen.
    Gerichtsbäume waren Linden, Eichen,…Gefühle befehlen, ist Buchstaben sch…en, die vollen Windeln, zur Verehrung
    Satan hat durchaus Daseinsberechtigung. Die jeweils andere Partei ist aber meist nicht begeistert. Ein Apfel und eine Birne nicht das Gleiche, kann nur Fruchtsalat für zwei werden, wenn zwie dasselbe mögen.
    Nicht nur aus Kostengründen kann es sinnvoll sein vorab, in Annäherung an letzten Gerichtsbeschluss Einigung zu finden. Lapalien ziehen sich lange hin. Einigung gibt es nicht ohne den Zweiten. Und irgendwo kann in der Luft hängen bleiben, ob es um sinnvolle Prinzipien oder nur um Prinzipienreiterei, geht.

    Zur Themenerstellung
    gibt es soweit ich das ausmachen kann, eher Kriterien, wie zur Art eines Kommentars. Grenzen sind fließend.
    Freiheit ist kein Verbot zur Kritik. Eine Kritik macht andererseits im Regelfall keine Anspruchsberechtigung, des einen gegenüber dem anderen. Freiheit zu Rechtsvergehen, auch sachlich unbegründeten Rechtsbeschneidungen anderer, gibt es jedenfalls rechtlich nicht.
    Kürzlich Erfahrung: Theologin schrieb im öffentlichen Blog (ohne privatrechliche AGB) sinngemäß über Kommunikation, nutzte vorrangig Überlieferung eines Paulus (ohne Urtext, Urkundenpersönlichkeit, Siegel) mit Geheimnis. Geheimnis hat wohl jeder Mann, wenn er unter der der Bettdecke….

    Ich schrieb Erstkommentar sehr kurz: „Erbsünde hat nichts mit Menschenrechte gemeinsam.“ Mein Kommentar wurde von Blogbetreiberin, ohne Begründung, entfernt. Es bedeutet mit Sicherheit nicht, dass diese Person für die Folgen eigener oder fremder Aussagen, Handlungen Verantwortung tragen kann und will. Eine typisch fromme Reaktion, im Stil „schön“ „Amen“ ist hingegen weder abwägen unterschiedl. Auffassungen darlegen, noch interpretieren.

    Entstand Kirche wirklich Pfingsten?

    Nach solcher Ersterfahrung kommentiere ich da mit Sicherheit nicht mehr. Wäre es beim 10ten Kommentar gewesen, würde ich eine derartige Kommentarlöschung mutmaßlich nicht so einfach hinnehmen. Bei der Streitbarkeit geht es nicht nur um mich.
    Kultusunterricht an Einfältige wirkt sich anders aus. Auch oder gerade weil keine privatrechtliche AGB, bzw. gültige privatrechtliche AGB ist, kann der ideologische Zielanspruch im Öffentlichen fragwürdig sein. Kritik, ob sie hier oder da steht, ist letztlich doch nicht auszumerzen. Da können Einbildungen Hüben wie Drüben zu groß sein. Virtuelle Duftspuren gibt es noch nicht. Temperatur ist nicht Wärmestrom. Schöpfkelle wird mit Virtuellem sowieso nicht gehalten.

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