Erfahrungen

Erfahrungen sind ein Kreuz, das wir unser Leben lang mit uns rumschleppen.
Jorge Bucay erzählt dazu folgende Geschichte:
Man hat den Elefanten im Zirkus mit einer Kette an einen lächerlichen Holzkeil gefesselt, den Keil einfach in die Erde gerammt.
Da steht er nun. Stundenlang. Den Kopf gesenkt und rührt sich nicht.
Warum?
Eine Bewegung, ein kurzer Ruck mit dem Fuß – er wäre frei!
Als er noch ganz klein war, hat man ihn mit seiner Kette an einen Betonklotz gefesselt. Tagelang hat der kleine Elefant versucht, sich zu befreien, hat an seiner Kette gerissen, bis sein Bein wund und aufgescheuert war. Vergeblich.
Er hat seine Erfahrung gemacht: Wenn sie dich anketten, hast du keine Chance. Du kommst nicht mehr los. Versuch es gar nicht erst!

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6 Gedanken zu “Erfahrungen

  1. Auf der Anlage „Haus Sonnenberg“ im Harz ist eine ähnliche „Erfahrung“ optisch als Kunstwerk dargestellt.
    Ein Käfig ca 3 x 3 m groß, darin sitzen Menschen gefangen.
    Die „Gefangenen“ übersehen offensichtlich, dass die Tür offen steht und sie längst in Freiheit sein könnten…

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  2. Der Mensch hat im Gegensatz zum Tier die Fähigkeit zur Reflektion. Sicher behindern uns unsere Konditionierungen, sie sind aber zumindest zum Teil lösbar und damit werden wir frei neue und bessere Erfahrungen zu machen.

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  3. Da hast Du Recht. Aber dazu gehört schon ein wenig Mut. Wir verstecken uns gern hinter unseren „Erfahrungen“ und nennen sie manchmal auch „Statistik“ oder „Erkenntnis.“
    Liebe Grüße
    Friedhelm

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  4. Die Psychologie spricht bei gewissen Konditionierungen, die wie beim Elefanten, scheinbar irreparabel sind, von Wesens-Prägungen oder, im leichteren Fall, von Wesens-Akzentuierungen.

    Prägungen und Akzentuierungen sind verinnerlichte und als Wahrheit verstandene, wiederholte Lebenserfahrungen. Geprägte Erfahrungen manifestieren sich im Wesen; in der Art wie wir sprechen; wie wir die Umwelt wahrnehmen; wie wir agieren und reagieren.

    Die Verhaltenstherapie baut auf der Vermutung oder der Erkenntnis auf, dass Verhalten neu gelernt werden kann.

    In diesem Prozess bin ich aktuell und hoffe, dass Gott die ganze Zeit bei mir ist. Ich bitte ihn immer wieder dazu.

    Die Therapeuten der Tagesklinik sind überzeugt, dass NEU gelerntes Verhalten sogar soweit wirksam werden kann, dass wir uns im tiefsten Inneren und in unserem gesamten Wesen neu orientieren und verändern können.

    Durch mein Festhalten an Gott und meinen Glauben an IHN und dadurch, dass durch die Therapien unglaublich viel aufgewühlt wird und hochkommt, habe ich die Möglichkeit, das sichtbar Werdende Gott hin zu halten und seine Heilung für jede Wesens-Prägung zu erbitten, die nicht seiner Wahrheit und seiner Liebe entspringen.

    Die Tatsache, dass viele, viele Menschen Jahre und Jahrzehnte in Kliniken hin und her therapieren zeigt mir, dass Therapien allein und das stete Üben neuer Verhaltensweisen, wenn, dann nur mit Gottes Hilfe erfolgversprechend sind.

    Liebe Grüsse

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