Tugenden des Glaubens

Die 89jährige Jelena Erchowa aus Sibirien reist nur mit ihrem Rucksack durch die Welt. Sie nennt sich selbst nur Oma Lena. Oma Lena ist in Israel auf einem Kamel geritten und in Vietnam auf einem Roller mitgefahren. In Deutschland war sie auch schon. Sie hat nur eine kleine Rente – umgerechnet 300 Euro im Monat – doch das schreckt sie nicht.
Die alte Dame hatte ein hartes Leben. Sie reist erst seit sechs Jahren und sie sagt: „Das wichtigste, was ich auf meinen Reisen gelernt habe: Es gibt überall auf der Welt nette, hilfsbereite Menschen.“ Im Internet ist Oma Lena inzwischen ein Star, viele Menschen unterstützen sie.
Mich erinnert die Frau an Abraham. Der hat sich auch erst im hohen Alter auf den Weg gemacht – als er seine Träume schon fast aufgegeben hat. Oma Lena und Abraham teilen die Tugenden des Glaubens: Das Leben ist erst zu Ende, wenn es zu Ende ist, so lange lebst du es auch. Du brauchst nicht viel für ein gutes Leben, im Grunde nicht mehr als du tragen kannst. Die Welt ist ein hilfreicher Ort, die Zukunft kommt dir freundlich entgegen.
Jemand hat auf Facebook geschrieben: „Habe Oma Lena überraschend am Strand getroffen. Und über mein eigenes Leben nachgedacht.“
So soll es sein. Und jetzt: leben!

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