Taqwacore – oder: Zweifel am Glauben

Michael Muhammed Knight beschreibt in seinem Roman „Taqwacore“ das Leben in einer Kommune islamischer Punks: junge Amerikaner, die versuchen, ihren Glauben zu leben. Eine Szene:

Lynn, eine junge Muslima mit tiefen Zweifeln, sagt zu Yusuf, einem Freund:

„Ich bin ein spiritueller Mensch,
„Ich glaube an Allah, auch wenn ich Ihn nicht immer Allah nenne, und ich bete so, wie ich beten will. Manchmal sehe ich nur rauf zu den Sternen und mir wird ganz bang vor lauter Liebe, weißt du? Und manchmal sitze ich in einer Kirche und höre zu, wie sie über Isa (Jesus) reden, und habe statt des Gesangbuchs ein Buch von Hafiz in der Hand.
Und weißt du was, Yusuf?
Manchmal, nicht sehr oft, hole ich meinen alten Teppich heraus und bete, so wie Mohammed gebetet hat. Ich den Kram nie auf Arabisch gelernt und meine Knie sind nicht bedeckt, aber wenn Allah ein Problem damit hat, an was für einen Allah glauben wir dann?“
„Ich weiß es nicht.“
Michael Muhammed Knight, Taqwacore, S. 52f

PS
Es fällt leicht, der Zweiflerin zuzustimmen. Geht ja um den Islam. Nur: Junge Christinnen haben ähnliche Fragen…

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4 Gedanken zu “Taqwacore – oder: Zweifel am Glauben

  1. Wenige junge Christinnen werden vor die Frage gestellt, ob ihre Röcke zu kurz sind – jedenfalls in Mitteleuropa… und bestimmte Rituale und Worte zum Beten werden ihnen normalerweise auch nicht vorgeschrieben.

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    1. Das stimmt. Aber sie fragen schon nach unserem Gottesbild. Mit einem persönlichen Vater Gott können viele nur wenig anfangen. Und wie ist das mit Jesus als sein Sohn?
      Neulich meinte ein Jugendlicher zu mir: „Für mich ist Jesus so was wie die Marionette Gottes. Er tut ja alles was er will.“
      Spannend, oder?
      Beste Grüße
      Friedhelm

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  2. Ich finde es gut und richtig, wenn Menschen ihren Glauben hinterfragen und nicht einfach nachplappern. Das Zweifeln gehört dazu, sonst wäre es doch Wissen und nicht Glauben. Ich bin zwar weder Muslima oder Christin, sondern eine einfach Zaunreiterin, die durch das permanente in Frage stellen im Gleichgewicht bleibt.
    alles Liebe Karin

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