Vom Trost und vom Glauben

Jesus sagt: „Der Heilige Geist ist der Tröster.“
Bei einer Andacht im „Betreuten Wohnen habe ich gefragt:
„Was tröstet Sie?“
„Ein gutes Essen, das tröstet mich“ sagte ein älterer Herr. „an einem festlich gedeckten Tisch mit guten Freunden.“
„Musik. Vor allem Gustav Mahler“ sagte eine Dame.
„Kinder, wenn ich Kinder sehe, dann bin ich getröstet“
„Und die Natur. Besonders jetzt, im Frühling.“

Zwei Stunden später rief mich einer der Teilnehmer an:
„Herr Pastor, es ist doch schade, dass niemand über den Glauben als Trost geredet hat.“
„Stimmt – aber du auch nicht“ dachte ich.
Über unseren Glauben reden wir nicht. Oder wenn, dann indirekt: Essen und Abendmahl, Musik und Lob.
„Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…“
„Seht die Lilien auf dem Felde…“

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11 Gedanken zu “Vom Trost und vom Glauben

  1. Lieber Friedhelm,

    die Zeiten, das tägliche Umfeld, die Sorgen und Nöte der Menschen lassen oft wenig Spielraum um von Lebensnotwendigen, wichtigen Dingen loszulassen und sich im Glauben fallen zu lassen.
    Die Erfahrung habe ich jedenfalls in Gesprächen mit Menschen über Glauben im Alltag gemacht.
    Und es ist richtig, er hat auch nichts gesagt, aber er hat dich angerufen, ihm war das Thema Glaube als Trost wichtig. Vielleicht ein erster Schritt, vielleicht auch wieder ein erster Hauch zum Vertrauen zu GOTT!
    Ich jedenfalls lebe gut damit mich im Alltag in Gottes Hand fallen zu lassen und das ist für mich ein großer Trost. Auch wenn es nicht immer gelingt.
    Ganz herzliche Grüße, Antonio

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  2. Danke für Deinen Kommentar, lieber Antonio!
    Du hast natürlich Recht. Aber ich würde noch einen Schritt weiter gehen: auch wenn Menschen ihren Glauben nicht direkt ausdrücken – sie haben einen Zugang. Nur eben eine andere, vorsichtige Sprache…
    Liebe Grüße und einen schönen Tag!
    Dein
    Friedhelm

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  3. Lieber Friedhelm,
    für mich ist der Glaube die Basis meines Lebens.
    Dieser Spruch begleitet mich schon viele Jahre
    und der mich auch tröstet:

    Von guten Mächten wunderbar geborgen,
    erwarten wir getrost was kommen mag.
    Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
    und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

    Alles Liebe
    Elke

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    1. Ach liebe Elke Dietrich Bonhoeffer, ich mag ihn sehr und seine Art zu schreiben, z.B. aus dem Gefängnis mit dem Wissen…
      Ich bin auch sicher das ER immer bei uns ist, auch am Abend und am Morgen. Ist das ein Trost.
      Ganz herzliche Grüße, Antonio

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      1. Es geht mir wie Euch, Ihr beiden! Danke für Eure Kommentare. Aber sein Gedicht ist nun auch schon wieder fast 70 Jahre alt. Und ich frage mich: Wie würde so ein Text heute aussehen? Wie denken und schreiben wir über unergründliches Vertrauen?
        Liebe Grüße
        Euer
        Friedhelm

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  4. …das ist schön, lieber Antonio,
    dass wir so i.e. das Gleiche mögen.
    Ja, sicher ist Gott immer bei uns,
    dies gibt mir Sicherheit und Kraft!
    Danke, das Du mir über Friedhelms
    Seite, geantwortet hast.
    Eine gesegnete Zeit und
    alles Liebe
    Elke

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  5. Partner und existenzielle Bedürfsniss erfüllen, ist wichtiger wie parteiische Glaubenswissenschaft.

    Lilien? Susa/Elam, Surja?

    Ein Vielleicht, ein Anfangsverdacht ist etwa das selbe wie Glaube. Organisierte Religion die Regeln hat, was zu glauben ist, bzw. nicht als Irrtum bezeichnet werden darf, ist im Grunde nur Maskentheather, Marschmusik, Dressur. Aufstehen, setzen, Kopfnicken, gib Pfötchen, gib Küsschen, sag danke. Mach mal schön
    bitte,bitte, Gleichmacher.Floskeln. Nichts davor und nichts dahinter.
    Wer Gewissheit, Überzeugung hat, aber nichts sachdienlich sachgerecht beweisen kann, macht sich und anderen etwas vor. Schöne Mächte? Morgen Taifun, Dachziegel fallen auf dem Kopf und dann plärrt die Gemeinde, dass die Mächte doch nicht so schön sind.
    Enttäuschung kommt weil Täuschung war. Ob die Täuschung fremdinduiert oder Selbstinduziert ist, ist auch meist nicht ganz dasselbe. Himmelhochjauchend, zu Tode betrübt….Besser nicht.
    In Afrika ist alles viel schlimmer. Da kann man sich wunderbar dran trösten. Aber es kann auch passieren, das so ein flotter Spruch die Verzweiflung steigert.

    Wenn die guten Mächte morgen Taifun sind waren die anderen böse oder ihr seit Märtyrer.

    Erde und Atmophäre sind tatsächlich immer bei Euch. Manche halten Dinge für Besitz, verkaufen und verschenken Dinge, die ihnen gar nicht gehören.

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  6. Kein Wunder bei de rschrittweisen Entwertung des Glaubens.
    Vor kurzem sah ich ein paar Filmausschnitte, die glaube ich aus einem Film von Wenders stammten, in dem ein Mädchen in einem amerikan. Obdachlosenheim aushalf.
    Auffällig war, daß mindestens einmal die Woche eine geistliche Versammlung abgehalten wurde, in der gepredigt und gebetet und gesungen wurde. In dem Heim, in dem ich vorübergehend war, gab es eine solche eine Veranstaltung nicht, obwohl der Träger Katholisch war.
    Stadtdessen wird man dann in Einzelgesprächen mit pädagogischen und psychologischen Fragen und einer abstrakten Sinnsuche konfrontiert, die an sich gar nichts mit der ursprünglichen Lehre zu tun hat.

    Mir fehlt auch im Alltag mehr und mehr der Mut, zum Bekennen bei vielen Leuten, selbst bei Priestern. Es scheint mir eine Art Sprachhemmung vorzuliegen, oder Angst sich lächerlich zu machen, wenn einer sagt,ich glaube an Christus, ich glaube an das Prinzip der Erlösung und ich sehe auch die totale Ungerechtigkeit, in der Welt, usw….

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    1. Da weißt du auf ein wichtiges Problem hin. Danke!
      Ich bete immer häufiger gerade auch mit Konfirmanden, mit Trauernden, Brautpaaren….
      Aber das entbindet nicht von der Frage nach einer angemessenen Sprache, ganz im Gegenteil. Was mir aufgefallen ist: „Singen“ wurde bei den tröstenden „Dingen“ nicht genannt. Warum? Weil die Menschen nicht mehr singen. Sie hören den ganzen Tag perfekte Musik. Und trauen sich nicht mehr…
      Ob es mit dem Glauben auch so ist? Wir lesen „perfekte“ Gebete in den Gottesdiensten und schüchtern die Menschen so ein. Sie trauen sich selbst nicht mehr. Und dann eben unsere Sprache…
      Was meinst du, könnte das ein Grund sein?
      Liebe Grüße
      Friedhelm

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  7. Ich denke, daß man mit Gott in seiner eignen gottgegebenen Sprache reden kann, und darf. Er wird schon wissen, was man meint. Dadurch, daß sich Kirchen mit so einem „Heiligennimbus“ umgeben, ist aber ein direkter unmittelbarer Zugang zu Gott eher verwehrt.

    Gott spricht auch in Gedanken und mit Hilfe von Gefühlen zu uns, (glaube ich jedenfalls,) aber in einer für jeden Menschen individuell angemessenen Sprache. Daraus folgt JEDER kann mit Gott sprechen, ob nun so, oder so.
    Ich glaube in den Evangelien heisst es ja auch sinngemäss,: macht euch keine Gedanken wie und was ihr reden werdet, es wird euch zur Stunde gegeben,- heisst vielleicht soviel, man muss sich um Sprachform und Wortwahl keine Gedanken machen, es kommt auf den inneren Sinn und die Absicht drauf an.

    Unter „angemessener Sprache“ verstehst du vielleicht auch,
    sinngemäss, so sprechen zu müssen, daß es völlig weltlich materielle Menschen anspricht- Aber, tut mir leid, da fehlt mir wirklich das Verständnis und auch der Mut des Einzelnen, …denn wir befinden uns nun an einem Punkt, wo Religion und Priester immer mehr vom eigentlichen Weg abweichen und für sich nicht mehr den Mut finden, den Menschen auch nur ein Körnchen Wahrheit ins Gesicht zu sagen( vielleicht auch aus Angst immer mehr „Schäfchen“ zu verlieren)
    Grade aber aus dieser Angst heraus, werdet ihr immer mehr Mitglieder verlieren, denn ich sags mal so: Jemand der wirklich von seiner Sache überzeugt ist, der nimmt auch evtl. Nachteile in Kauf, oder? Und er wirkt glaubwürdiger, als jemand, der zu viele Kompromisse macht. Um des lieben Friedens Willen?

    Vielleicht musst du diese Frage für dich selber mla in lale rKonsequenz selber beantworten……

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  8. „Glaubwürdig“
    bezieht sich rechtlich auf natürliche Person, Rolle, Rechte, Pflichten.

    Person = was durch Maske tönt
    Rolle, männlich, weiblich ist im WWW nicht immer deutlich
    Alphabete tönen nicht.
    Face to Face, schau ich nur vor den Kopf
    Ferner liefen Arztinfo ist im Zweifelsfall sicherer. Ich bin beruflich gewohnt Solches zu lesen.
    Gültiges Recht, Richtlinie gehört dazu.

    „Glaubhaft“
    Eine niedrige Glaubwürdigkeit ist nicht Hauptproblem, Im WWW habe ich grundsätzlich keine Personen Face to Face vor mir. Alphabete sind bestensfall meine Stimme, wenn nicht anderer abliest. Das Template von Counter Blog.de, ist weder ein Blog, noch heiliger Wind.
    Trotzdem kann Glaubhaftigkeit für mich sein. Das steht in Bezug autobiographischer Erfahrung. Ich kann aber auch reinfallen. Dreimal dasselbe gelesen, wird es wohl stimmen. In diesem Stil weiter. Wenn einer ungeprüft Zahlen übernommen, keiner verglichen hat, ist das schnell passiert. Hinzu kommt noch, dass das was gestern noch richtig war, mitunter heute schon nicht mehr stimmt. Insoweit ist nahezu jeder Wahrheitsanspruch überzogen. Wahre Gefühle wie auch immer sind schwirrend, nicht immer kontrollierbar. Es ist nicht so, dass ich mir nichts vorstellen kann, wenn entsprechen mitgeteilt wird. Aber wer sagt, dann dass sich hier die richtige Vorstellung bildet? Mit Sicherheit messe ich virtuell keine Gefühle eines anderen. Je weniger sachdienliche Information, desto geringer ist folglich die Glaubhaftigkeit anzusetzen.

    Zwei-Reich-Lehre (Seit 18 Jhd. Welt = Kosmos) Ein-Weg (trotz Koordinaten GPS). Kann Mensch damit einem Beruf nachgehen?

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