Der Astronaut

Im Radion höre ich zurzeit am liebsten ein Lied  Andreas Bourani: „Der Astronaut.“  Bouranis Lied „Ein hoch auf uns“ macht ja schon gute Laune, aber der „Astronaut“ hat Tiefgang. Da steckt alles drin: die Freude an der Schönheit unserer Welt und die Klage über ihren Zustand.
Das Lied nimmt uns mit ins Weltall:
„Im Dunkel der Nacht, hier oben ist alles so friedlich, doch da unten gehts ab, / Wir alle tragen dazu bei, doch brechen unter der Last, / Wir hoffen auf Gott, doch haben das Wunder verpasst, / Wir bauen immer höher bis es ins Unendliche geht, / Fast acht Milliarden Menschen, doch die Menschlichkeit fehlt.“
Ja, manchmal ist es zum Verzweifeln. Ich muss aufpassen, dass ich nicht verbittere. Aber ich weiß genau: ich halte das nur aus, ich kann nur etwas ändern, wenn ich auch die Schönheit dieser Welt noch sehe:
Ein Astronaut hat es gut. Er sieht die Welt von oben. Wenn er aus dem Fenster schaut, zieht unser wunderschöne blaue Planet an ihm vorbei. Der Astronaut Rusty Schweickart erzählt: „Es ist unbeschreiblich. Du schaust aus dem Fenster und siehst das alles an dir vorüberziehen:  Kalifornien, Florida … Dann freust du dich auf die Westküste von Afrika, auf den Sinai, auf Europa… Und plötzlich fällt es dir wie Schuppen von den Augend. Dir wird klar: Seit deiner Schulzeit hast die Erde immer mit Linien gesehen. Auf den Landkarten sieht immer Linien!  Sie markieren die Grenzen zwischen den Staaten, oft tödliche Grenzen. Doch von da oben siehst du: Diese Grenzen gibt es gar nicht! Sie sind nichts als eine Einbildung von uns Menschen.“
Tja, so ist das, wenn man den Blickwinkel Gottes einnimmt. Dann sieht die Welt anders aus. Dir wird klar: Wir Menschen gehören alle zusammen, wir sind Kinder der Schöpfung. Ich würde ja auch mal gerne von oben auf die Erde blicken, wie der Astronaut von Andreas Bourani. Aber in den Weltraum werde ich wohl nicht mehr kommen. Schade.
Aber auf der anderen Seite ist das auch ganz egal. Ich muss nämlich gar nicht so weit weg.  Die grenzenlos Schönheit dieser Welt liegt vor mir, direkt vor meinen Augen. Ich muss nur hinschauen.Ich bin seit neuestem stolzer Opa, meine Enkeltochter heißt Ada. Sie ist fünf Monate alt. Und wenn die mich anlächelt, dann ist es passiert! Dann geht es mir genau so wie dem Astronauten von Sido und Andreas Bourani:
Ich heb ab. Nichts hält mich am Boden…
„Ich seh‘ die Welt von oben / Der Rest verblasst im Grau /
Ich hab Zeit und Raum verloren hier oben / Wie ein Astronaut.“

Andacht für NDR 1 „Himmel und Erde“

 

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