Schlagwort: Glaube

Tu was!

Tu was
„Im Übrigen ist in den letzten Jahrzehnten leider viel zu viel über das, was man tun sollte oder könnte geschrieben und geschwafelt worden – leider auch von mir. Jetzt gilt es vor allem, anzupacken.“ (Peter Bertold, Unsere Vögel, S. 16)
Das schreibt Peter Bertold, ein Mann, der weiß, wovon er spricht.
Peter Bertold kämpft seit Jahrzehnten für unsere heimischen Singvögel. Er war viele Jahre Leiter der Vogelwarte in Radolfzell. Dort hat er hautnah miterlebt, wie dramatisch die Zahl der Vögel zurückgeht. Peter Bertold hat gewarnt und gekämpft und er hat ein einfaches Konzept entwickelt: Wenn wir nur zehn Prozent unserer Fläche den Pflanzen und Tieren überlassen würden, dann wäre allen geholfen. Mit dieser Idee war er sogar beim damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl. Der fand die Idee spannend. Doch Helmut Kohl hatte auch seinen Landwirtschaftsminister dabei. Und Peter Bertold schreibt: „Als ich dem in die Augen sah, da wusste ich: Es hat keinen Zweck.“
Danach ist Peter Bertold in ein tiefes Loch gefallen. Er hatte das Gefühl: „Du kannst tun und lassen was du willst. Es hat keinen Sinn. Es ändert sich nichts.“
Doch irgendwann hat er sich wieder aufgerafft. Heute, mit 85 Jahren, ist er ein glücklicher und zufriedener Mann.
Was ist passiert?
Peter Bertold hat das getan, was er tun konnte: Gemeinsam mit anderen hat er erste Biotope in seiner Heimat am Bodensee angelegt: Er hat Hecken gepflanzt und Teiche angelegt. Und er hat leidenschaftlich dafür gekämpft, dass wir endlich anfangen, Amsel, Drossel, Fink und Star zu füttern – nicht nur im Winter, sondern das ganze Jahr über. Er sagt: „Wir werden die Welt nicht retten, aber wir können mit unserer Liebe das schlimmste verhindern.“
Es ist so: Man sollte – man könnte – man müsste – das treibt uns in die Ohnmacht. Aber die Liebe ist der Weg der kleinen Schritte.
Jesus drückt das so aus: „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.“

 

Magische Momente

Sonntagmorgen.
Ich sitze draußen, unter dem Dach im Innenhof, in eine dicke Decke gemummelt. Genieße diese besondere Stille. Plötzlich raschelt es im trockenen Laub. Die ersten Regentropfen fallen. Dann wird es wieder ganz still. Es beginnt zu schneien. Die ersten Schneeflocken schweben auf die Erde.

„Jede Schneeflocke fällt genau an den Ort, an dem sie liegen soll“

Eckhard von Hirschhausen erzählt in einem seiner Bücher von einem Besuch bei einem buddhistischen Mönch. Sie sitzen schweigend bei einer Tasse Tee, schauen dem Schneetreiben vor dem Fenster zu. Da sagt der Mönch diesen Satz: „Jede Schneeflocke fällt genau an den Ort, an dem sie liegen soll.“ Mir gefällt diese Vorstellung. Die Schneeflocke bleibt ja nicht allein. Sie wird Teil einer weißen Decke, wird selbst bedeckt. Sie bleibt auch nicht auf ewig hier liegen. Wird schmelzen, den Boden durchtränken und – wer weiß – im Frühjahr als Wassertropfen eine Rose zum Blühen bringen.
Ob das mit mir auch so ist? Bin ich genau da, wo ich sein soll? Manchmal habe ich dieses Gefühl. Dann geht es mir richtig gut.

Ja, ich brauche diese kleinen, magischen Momente. Sie geben mir Kraft für den Alltag. In der Bibel gibt es viele Geschichten, die davon berichten: Jakob träumt von der Himmelsleiter, Jesus geht mit seinen Jüngern auf einen Berg, Johannes sieht einen neuen Himmel und eine neue Erde. Doch diese Momente sind nicht dazu da, damit ich abhebe. Sie geben mir Kraft für den Alltag. Auch daran werde ich an diesem Sonntag noch erinnert.
Auf dem Auto einer Freundin finde ich folgenden Satz:

„Vor der Erleuchtung musst du holzhacken. Danach auch.“

In der Tat: Ich musste am Abend noch heftig Schnee schippen…

Gott?

Gott?

 

„Glauben Sie an Gott?“
Das fragt in der Krankenhausserie „In aller Freundschaft“ ein 16jähriger, schwer kranker Junge den Chefarzt. „Nein!“ antwortet der sofort. Dann sagt er zögernd: „Aber ich hatte mal eine Nahtoderfahrung. Seitdem bin ich mir nicht mehr so sicher, ob da wirklich nur Synapsen und Hormone am Werk sind..“
Der Arzt glaubt, dass da etwas sein könnte, etwas Großes, das er nicht in Worte fassen kann – aber der Begriff „Gott“ passt nicht.
So geht es vielen Menschen. Sie sind auf der Suche, haben eine Ahnung – aber das Wort „Gott“ löst bei ihnen Unbehagen aus. Sie meinen: „Wenn ich an „Gott“ glaube, dann kaufe ich ein uraltes, vollmöbliertes Haus. Ich kann einziehen. Aber für meine eigenen Vorstellungen und Gedanken ist kein Platz. Wenn du mich fragst, ob ich an Gott glaube, nagelst du mich fest.“
Das geht auch meinen Konfis so. Die sagen dann: „Ich glaube nicht, dass Gott die Welt an sieben Tagen erschaffen hat.“ Sie ganz erstaunt, wenn ich ihnen antworte: „Ich auch nicht.“
Für mich ist die Geschichte von der Erschaffung der Welt kein Tatsachenbericht. Sie ist ein Bild für die Quelle der Liebe, aus der alles entspringt.
Glauben ist nicht Wissen. Glauben ist suchen, tasten. Das ist mühsam, aber ich kann auch nicht damit aufhören. Die Frage nach dem, was alles trägt wird mich immer begleiten. Ich werde immer suchen.
Und die Bibel? Sie erinnert mich: Der Name Gottes ist unaussprechlich, viel zu groß für meinen Verstand. Ich soll mir auch kein Bild machen von dem, was wir „Gott“ nennen. Die Bibel ist voller Geschichten und Weisheiten. Das sind Samen, die mir ins Herz gelegt werden. Was daraus wird, liegt nicht bei mir. Manches wird blühen – anderes erreicht mich gar nicht.
Ich suche – und werde gefunden.

Die Sprache Gottes

„Gott hat viele Sprachen. Eine davon ist die Musik“

(David Foster Wallace).

Sie war krank. Fünfzehn lange Jahre. Die Familie hat sich gekümmert, ist bis an die Grenzen gegangen. Zuletzt saß sie im Rollstuhl, konnte nichts mehr, diese einst so blühende Frau, Mutter, Schwester und Freundin. Und nun heißt es Abschied nehmen. Ein Lied aussuchen, das zu ihr passt. Reinhard Mey hat sie immer gern gehört. Seine Alben haben wir immer noch für sie gespielt, bis zum Schluss. Wir hören noch mal rein. „Gute Nacht Freunde…“ Schon bei den ersten Klängen öffnen sich bei mir alle Schleusen, „es wird Zeit für mich zu gehen.“  Der Schmerz, die Trauer, alles bricht raus. Ich habe das Gefühl, Reinhart Mey hat das Lied nur für sie geschrieben. Ich sitze wieder in ihrem verwunschenen Garten. Sie ist mir ganz nah, die große Gastgeberin, die warmherzige Freundin, die immer ein offenes Ohr für mich hat, eine Zigarette und natürlich ein letztes Glas im Stehen. Die letzten fünfzehn Jahre, die Krankheit, all das Leid, sind für einen Moment wie weggefegt. Sie ist wieder da, diese tolle Frau, die mir so viel gegeben hat. Dieser Moment tut so weh und so gut.
„Gute Nacht Freunde…“ wie oft habe ich das schon gehört und nichts ist passiert. Jetzt zerreißt es mich.
Die Musik entfaltet eine ungeheure Kraft. Sie weckt Gefühle, Erinnerungen, entführt in eine andere Welt. Du kannst das nicht steuern. Mal dringt sie dir tief ins Herz, mal erreicht sie dich gar nicht. Du kannst ihre Wirkung auch nicht einfach wiederholen, weißt nie, was beim nächsten Hören geschieht. Musik ist wunderschön und unverfügbar. Sie trägt dich in ungeahnte Höhen und stürzt dich in tiefste Tiefen.
Ja, Musik ist die Sprache Gottes.

 

 

Advent

Wenn wir uns berühr’n
gibt das Glück uns ’n Kuss
und Schluss

(Silly, Findelkinder)

Ein cooles Motto für Advent und Weihnachten.
Lass dich berühren
wie Maria und Joseph, die Hirten, die Weisen
und das Glück gibt dir nen Kuss.
und Schluss.

Lieb haben

„Lasst uns einander liebhaben“ heißt es im 1. Johannesbrief.
Was für ein schöner, schlichter Satz. Keine großen, aufwallenden Gefühle, kein stürmisches Meer, eher die ruhige See; schön, einfach und selbstverständlich.
Seit füreinander da. Einfach so. Nicht mehr und nicht weniger.
Der barmherzige Samariter hat den Schwerverletzten lieb, ist im entscheidenden Moment für ihn da, mehr nicht. Er wird ihn wohl nie wiedersehen. Doch das ist nicht wichtig.
Einander liebhaben. Das klingt so einfach. Doch warum will uns das so oft nicht gelingen?Ein Grund ist sicher: Wir meinen, keine Zeit zu haben.
„Wir sollten uns mal wieder treffen!“
„Komm doch mal vorbei.“
„Wenn du Zeit hast…“
Floskeln einer höflichen Gleichgültigkeit.
Einander Liebhaben braucht Zeit und Aufmerksamkeit. Einander Liebhaben hütet sich aber auch vor zu großen Erwartungen.
In den Charts steht zurzeit ein Lied gerade ganz oben:
„I only miss you when I’m breathing,“
„Ich vermiss dich nur, wenn ich atme.“
In der deutschen Übersetzung klingt das so:
„Ich vermiss dich nur, wenn ich atme.
Ich brauch dich nur, wenn mein Herz schlägt.
Du bist die Farbe, die ich blute.
Du bist das Einzige, an das ich glaube.
Ich weiß, du kommst zurück zu mir und
ich werde hier auf dich warten, bis zum Ende.
Ohne deine Liebe weiß ich nicht, wie ich überleben soll.
Du bist, was mich am Leben erhält.
Ich vermiss dich nur, wenn ich atme.
Du bist die Droge, die ich brauche,
das Paradies nach dem ich suche.
Ich lebe und hoffe, dass da ein Grund ist.
Kann meine Lippen nicht bewegen, aber mein Herz schreit:
Ich vermiss dich nur, wenn ich atme.
Ich schreie deinen Namen, aber du antwortest mir nicht.
Schlage Alarm, erzähle es jedem.
Ich vermiss dich nur, wenn ich atme…
Dieser Schlager klingt wie ein Psalm: Der Beter drängt, er hofft, er setzt alles auf eine Karte. Der Beter will in den Arm genommen werden, es soll ihm gutgehen. Er will sich verlieren, will das Gefühl: Ich bin etwas Besonderes, meine Liebe ist heilig. Er richtet sich an einen Menschen. Er kann und darf nur das Schöne an ihm sehen, alles andere wird ausgeblendet.
Doch was, wenn die Geliebte unter die Räuber fällt? Wo bleibst du dann mit deiner reinen, unbefleckten Sehnsucht?
Aber selbst wenn ich dieses Gebet als an Gott gerichtet verstehen wollte, wäre es mir unheimlich.
Nein, Gott, ich vermiss dich nicht, wenn ich atme, du bist ja immer da. Ich vermiss dich nur, wenn mir die Luft ausgeht, wenn ich nicht mehr weiterweiß.
Und was, wenn du, Gott unter die Räuber fällst? Wenn du ans Kreuz genagelt wirst? Ist das dann Gotteslästerung, eine Verletzung meiner religiösen Gefühle? Muss ich mir dann ein neues Objekt für meine Liebe suchen, ein heiliges, unantastbares?
„Wer liebt kennt Gott.“
Wir Christen sagen: Gott ist ein leidender, geschundener Mensch geworden, verlassen von allen; einer, der Hilfe braucht.
Der barmherzige Samariter hat das verstanden. Er ist einfach da, als er gebraucht wird. Er fragt ganz schlicht: „Was kann ich für diesen Menschen tun?“
„Lasst uns einander liebhaben, lasst uns für die Verfolgten, Geschundenen da sein und wir werden verstehen, was das heißt:
Gott ist die Liebe.
Ja, wir schaffen das.

Lieder

Martin Luther hat gesagt: „Musik muss in der Schule Pflichtfach werden!“
Ist das wirklich so?  Kann man mit Liedern jemandem etwas beibringen? Wenn das damals mein Mathelehrer gehört hätte – er hätte die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. „Musik ist etwas zur Entspannung, für die Freizeit“ hätte er gesagt. „Mit Musik kannst du Kraft tanken für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens. Aber Menschen mit Liedern etwas lehren? So ein Unsinn!“
Und so ist es bis heute: Musik ist in der Schule ein Nebenfach. Wenn es ausfällt, ist das nicht so schlimm. Dabei ist es doch sonnenklar!  Es springt ins Auge! Wir lernen durch Lieder! Ich bin grade Großvater geworden. Ich sehe meinen Sohn mit Ada, meiner Enkeltochter durch die Wohnung laufen. Er wiegt sie im Arm und singt: „Weißt du wieviel Sternlein stehen.“ Alles ist gut. Sie ruht in seinen Armen. Bis er stehen bleibt. Und aufhört zu singen. Dann schreit sie wieder aus Leibeskräften. Er singt weiter: „Kennt auch dich und hat dich lieb.“ Und meine Enkelin schläft selig wieder ein.
Mit diesem alten Abendlied lehrt mein Sohn seine Tochter das Allerwichtigste, bevor sie überhaupt sprechen kann: „Es gut ist auf dieser Welt. Wir freuen uns so, dass du da bist!“
Er lehrt sie die Melodie des Lebens. Und sie will sie hören und sie will sie spüren: „Wiege mich in diese Welt. Wiege mich in den unsichtbaren Armen der Musik.“ Musik führt dich zurück in die Liebe Gottes. Erinnert dich daran: Alles ist gut. Du bist geborgen. Die Musik, das Lied, ist größer als dein Geschrei.
Ja, Martin Luther hat Recht! Der erste und wichtigste Lehrer der Liebe ist die Musik. Und nichts, wirklich nichts hält so lange wie die Musik unserer Kindheit. Wenn wir alt werden, mögen wir vieles vergessen – aber niemals die Lieder unserer Kindheit. Lehrt einander in aller Weisheit – mit Liedern. Ja, fangen wir damit an, wenn unsere Kinder klein sind – und hören wir nie damit auf.
(Andacht für „Himmel und Erde“ NDR 1)

Godspot?

Godspot
Meine Haut ist so trocken. Ich brauche dringend eine Gesichtscreme. „Geh mal ins Reformhaus“ sagt meine Frau und nennt mir auch gleich den Namen der Creme: „die ist ganz gut.“ Als ich vor dem Regal stehe, habe ich den Namen natürlich vergessen. Hilflos vor gefühlten 1000 Cremes nehme ich eine in die Hand: „Anti-Aging Creme.“
Die wird es ja wohl nicht sein. Ich will gerade resignieren, da steht die Verkäuferin neben mir: „Kann ich Ihnen helfen?“
„Ja, ich suche eine Gesichtscreme…“
„Meinen Sie vielleicht die, die Ihre Frau immer für Ihre Söhne kauft?“ fragt sie lächelnd.
Ich strahle sie an: „Ja, die muss es sein!“
Wir plaudern noch einen Moment, dann bezahle ich und ziehe glücklich meiner Wege.

Das war sie mal wieder, die gute alte Zeit. Eine Verkäuferin, die dich kennt, die dir aus der Patsche hilft und auch noch Zeit hat für einen kurzen Schnack. Das gibt es ja kaum noch.
Die Kirche in Berlin-Brandenburg lässt gerade alle ihre Kirchen mit W-LAN ausstatten. Dann kann jeder, der in der Kirche sitzt, frei ins Internet. Sie nennen diesen Zugang „Godspot“ statt „Hotspot,“ weil es in der Kirche installiert ist.
Die Idee mag ja gar nicht so schlecht sein – aber bitte! Godspot?
Wenn ich in Zukunft eine Gesichtscreme brauche kann ich mich ja einfach in die Kirche setzen. Ich suche auf meinem Smartphone das richtige Produkt aus und lasse es mir nach Hause schicken. Wie praktisch! Ich muss mit niemandem mehr reden, keinem mehr in die Augen schauen.
In der Kirche sollte das doch wohl anders sein. Sie ist ein Ort der Begegnung. Hier begegne ich Gott und den Menschen. Wir teilen Freud und Leid, sind füreinander da. Das Internet kann da ganz hilfreich sein, aber nötig ist es nicht – und göttlich schon gar nicht.

Friedhelm Meiners, Pastor an St. Martini

 

 

Freudensteigerung

Der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil ist erst neun Jahre alt, als er sich Gedanken über das Kirchenjahr macht. Er schreibt: „Das Kirchenjahr fängt ja nicht am 1. Januar an, sondern am 1. Advent. Das ist, damit die Christen sich auf Weihnachten freuen können. Dann geht es auf Ostern zu. So haben die Christen immer ein Fest, auf das sie sich freuen können.
Man sagt dann: „Nur noch zwei Wochen bis Himmelfahrt oder nur noch gut drei Wochen bis Pfingsten.“  Man kann sich freuen, bis das Fest dann endlich da ist.
„Das Kirchenjahr“ schreibt der Junge, „ist eine Einteilung der Zeit zur allmählichen Freudensteigerung. Die Christen haben auf diese Weise immer etwas vor Augen, auf das sie sich freuen können.“
Was für ein schöner Gedanke!
Darauf können nur Kinder kommen. Sie freuen sich einfach. Kinder denken nicht: „O Gott! Schon bald wieder Pfingsten! Wir wollen doch wegfahren und ich muss noch so viel machen! Wie soll ich das bloß schaffen?“ Klar, Kinder haben es gut. Wir machen uns für sie den Kopf. Aber trotzdem.
Jesus sagt: „Werdet wie die Kinder. Freut euch einfach!“
Übrigens: die Kinder in Niedersachsen freuen sich jetzt schon auf den 5. Sonntag nach Trinitatis. Das ist nämlich der erste Sonntag in den Sommerferien.

für NDR 2, „Moment mal“ am 16.4. 2016

Von E-Bike und Gebet

 

Seit gut drei Jahren habe ich ein schnelles Elektrofahrrad. Und ich bin begeistert. Auf der kurzen Strecke ist das E-bike unschlagbar. Seit ich es habe, mich keiner mehr überholt.Und ich muss nie mehr einen Parkplatz suchen!
E-bike fahren ist wie Cabrio fahren. Nur schöner. Ich habe immer Rückenwind.
Aber was ich mir alles anhören muss: „Herr Meiners, so alt sind Sie doch noch gar nicht!“ „Nein, ich trete lieber selbst…“ „E-bike? Auf keinen Fall! Ich schummle doch nicht!“ Spricht´s und steigt in seinen Geländewagen.
Na ja, inzwischen habe ich eingesehen: Mein Elektrofahrrad hat das Image eines Rollators. Lieber nicht – oder nur wenn es unbedingt sein muss.
Mit dem Gebet ist es für viele von uns genau so. Ganz oft sagen Menschen zu mir: „Beten? Das ist doch nur was für Leute, die es nötig haben. Das kann ich immer noch, wenn es mir mal schlecht geht.“
Dabei: Beten ist viel mehr als Bitten, vielmehr als ein Rollator für die Seele. Es gibt mir zusätzliche Kraft.
Wenn ich durch den Park radle, die Sonne scheint, der Kuckuck ruft und ich kaum weiß wohin mit meiner Freude – dann ist das ein Gebet:
Antrieb für die Seele!

für NDR 2 „Moment mal am 7.4.