Es wird Zeit, von Blog.de Abschied zu nehmen.
die Predigt von heute steht hier:
Euch und Ihnen einen schönen 3. Advent.
Es wird Zeit, von Blog.de Abschied zu nehmen.
die Predigt von heute steht hier:
Euch und Ihnen einen schönen 3. Advent.
Von der Geduld.
Gedanken zur Predigt am 2. Advent
„So seid nun geduldig, liebe Geschwister, bis Christus kommt.
Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und den Spätregen.Seid ihr auch geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen Christi ist nahe“
Geduldig sein, etwas ertragen, erdulden. Nicht gleich losrennen. Warten, abwarten.
Die Leute stehen an der Bushaltestelle und warten. Besonders glücklich sehen sie nicht aus. Worauf warten sie, was erwartet sie?
Ich war gerne Fahrschüler. Vor allem wegen des bezaubernden Mädchens, das in Cremlingen eingestiegen ist. Wenn sie nicht da war, war ich enttäuscht. Doch da waren ja noch die Kumpels zum Kartenspielen, quatschen. In der Schule waren wir immer viel zu früh. Auch das hat nichts gemacht. Wir wussten immer was mit der Zeit anzufangen: Fußballspielen mit dem Tennisball, Hausaufgaben machen, eine rauchen an der Oker. Ich habe gerne morgens auf den Bus gewartet. Und wenn er zu spät kam – auch gut. Im Winter sind wir immer mal bis zum Giselawall durchgefahren und zu spät gekommen…
Worauf warten wir?
Worauf freuen Sie sich an Weihnachten? Überlegen Sie sich mal kurz drei Dinge.
Worauf freue ich mich?
Auf das Krippenspiel, die dunkle Kirche, auf den Abend mit der Familie und den Nachbarn.
Ich warte geduldig. Weiß ja, dass es kommt.
Hoffnung ist die Nahrung des Wartens.
Daran kann man sehen, wie es um unsere Welt bestellt ist. Wir warten nicht, weil wir nichts erwarten. Die einen rennen immer hektischer durch die Gegend, die anderen versacken in was auch immer. Hektisch sind sie alle.
Ein Umweltaktivist sagt:
„Ich bin überzeugt, dass manche der radikalen Umweltschützer der Auffassung sind, dass die Menschheit ein Fehler ist und dass sie es nicht verdient, zu überleben.“
Wer nichts mehr erwartet wird böse.
Maria erwartet nicht nur überleben. Maria erwartet leben.
Maria weiß, dass ihr Kind ein ganz besonderes sein wird – das wissen die meisten Mütter, Gott sei Dank.
Maria weiß auch, dass du nicht trennen kannst zwischen dem Menschen und der Menschheit.
Wir gehören zusammen. Und wir sind zu beidem fähig, zum Guten und zum Bösen.
Wann fängt der Tag an? Wann die Woche, wann das Jahr?
Der Tag um Mitternacht. In der Dunkelheit, wenn du schläfst.
Gefühlt beginnt der Tag mit dem Wecker.
Die christliche Woche am Sonntag, dem Tag der Auferstehung, des geschenkten Lebens.
Unsere Woche beginnt mit dem Montag, wenn es wieder losgeht. Das Jahr mitten in der dunklen Jahreszeit. Das Kirchenjahr am 1. Advent, also drei, vier Wochen vor der Sonnenwende; das weltliche kurz danach.
Ich habe noch einen anderen Rhythmus: vor und nach den Sommerferien. Eigentlich eher nach den Sommerferien. Dann geht es wieder los. Etwas fängt an, wenn ich etwas tue, endlich loslege, ab geht die Post.
Doch es gibt noch eine andere Art zu warten. Der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde. Er weiß, dass er nichts tun kann. Er kann nur warten. Erwarten. Er weiß, worauf.
Hoffnung ist die Quelle des Wartens. Der Bauer weiß: das Entscheidende geschieht im Verborgenen, in der Erde. Im Mutterleib. In der Nacht, wenn du schläfst. Und wehe, du kannst es nicht.
„Macbeth will sleep no more.“
Hat ein Samenkorn Hoffnung? Es liegt in der Erde. Wenn Hoffnung der Wille zum Leben ist, auf jeden Fall. Diese Hoffnung wird die Schale zersprengen und zum Licht streben.
Hat die Schwangere Hoffnung?
Es ist ihr zu wünschen. Doch sie trägt sie in sich, ob sie will oder nicht. Maria will nicht schwanger werden. Jetzt noch nicht. Jetzt ist es eine Katastrophe. So, als ob das Weizenkorn mitten im Kalten Winter keimt und erfriert.
Hoffnung ist eine fremde Macht. Wird vom Engel gebracht. Fürchte dich nicht.
Hoffnung, das Neue ist mit Schmerzen verbunden. Doch der ist schon vergessen, wenn das Kind in deinem Arm liegt. Wenn das Schneeglöckchen das Licht der Welt erblickt. Hoffnung ist keine Illusion. Hoffnung ist vernünftig. Warte geduldig. Wie der Bauer auf den Früh- und den Spätregen.
So seid nun geduldig, liebe Geschwister, bis Christus kommt. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und den Spätregen. Seid ihr auch geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen Christi ist nahe. Hoffen und Bangen gehören zusammen.
Wie kann ich mein Herz stärken?
Durch gute Geschichten. Durch Gesang. Durch die kleine Liebe, die ich in diese Welt bringen kann. Durch die Erinnerung an die Zukunft. Und wenn die Auferstehung eben nicht nur im Großen geschieht, sondern eben auch im Kleinen, in jedem Weizenkorn, in meinem kleinen Leben?Die kostbare Frucht der Erde… Das Schöne kommt aus dem Dunkel der Nacht.
Gedanken zur Predigt am 2. Advent.
Ihr findet sie hier:
WWW.derpastor.com
Einen schönen 2. Advent!
Ihr und Euer Friedhelm Meiners
Echte Kerzen
Die Kerzen meiner Kindheit waren natürlich aus Wachs. Doch ich sehe sie nur noch selten. In den meisten Wohnzimmern sind die elektrischen Kerzen eingezogen. Die sind so praktisch. Du musst nicht ständig neue aufstecken. Ein kleiner Dreher und alle brennen. Den ganzen Tag. Elektrische Kerzen sind auch nicht so gefährlich. Du verbrennst dir die Finger nicht mehr und die Feuerwehr freut sich, dass unsere Wohnungen nun sicherer sind.
Aber bei uns zu Hause sind die Kerzen immer noch aus echtem Wachs. Ach, ich mag ihn sehr, den Weihnachtsbaum mit „echten“ Kerzen. Er riecht nach Wachs und manchmal auch nach verbrannter Tanne.
Echte Kerzen sind für mich ein Bild für den Glauben.
Sie wärmen und tauchen die Welt in ein warmes Licht. Aber du kannst dir nie ganz sicher sein. Du kannst dich auch verbrennen, kannst irre werden am Leben und an Gott. Weil Gott so anders ist, als du ihn mit deinem kleinen Verstand begreifen kannst. Weil er dir nicht im Scheinwerfer begegnet, sondern in so einem kleinen, flackernden Licht.
Und manchmal ist es tatsächlich so: Ein Windhauch und dein Glaube erlischt. Plötzlich stehst du in der Finsternis, wie Maria und Joseph: „Wie kann Gott das zulassen? Was hat das alles für einen Sinn?“
Dann wieder begegnet dir das Wunder des Lebens: ein kleines, zartes Kind – verletzlich und hilflos. Und dir wird warm und licht ums Herz. Und du weißt, worum es geht in diesem Leben: Licht und Wärme in die Finsternis bringen. Dich selbst verschenken. So wie dieses Kind. So wie alle Kinder.
Ein junger, kahler Baum an einem schönen Tag Anfang November.
Unter seiner Krone liegen im Kreis alle seine Blätter, leuchten golden in der Sonne.
So stelle ich mir das vor: Eben noch waren die Blätter, alles was ich tue und wirke, im vollen Saft. Doch jetzt werden sie golden. Fallen von mir ab. Liegen unter mir, sind eine Weile noch die meinen.
Ein Teil wird verweht. Wird irgendwo anders wirken. Ich hoffe auch in den Menschen, die ich liebhabe. Ein Teil kehrt über die Wurzeln zu mir zurück, wird mich selbst nähren; doch vergeblich hat keines gegrünt.
Liebe Freundinnen, liebe Freunde!
Leider muss mein Blog umziehen…
Ihr findet mich jetzt unter
So lange es noch möglich ist, werde ich weiter auch auf blog.de schreiben. In der ersten Zeit wird es sicher auch etwas holprig, ich bitte schon mal um Entschuldigung…
Herzliche Grüße
Ihr und Euer
Friedhelm Meiners
Andacht für die Braunschweiger Zeitung
Ewigkeitssonntag.
An den Gräbern gedenken wir der Menschen, die uns vorangegangen sind. In unseren Kirchen beten wir für die Verstorbenen des letzten Jahres.
Gibt es ein Danach?
Wenn ja, wie wird es sein?
Er ist neun Jahre alt, als seine Großmutter ganz plötzlich stirbt. Er weint bitterlich.
Wo ist sie jetzt? fragt er seinen Vater. Sie ist im Himmel, versucht der ihn zu trösten, es geht ihr gut.
Wie kann es ihr gut gehen? schluchzt der Junge wütend, Sie muss doch sehen, wie schlecht es uns geht!
Der Vater schweigt erschrocken. Sein Sohn hat ja Recht.
Wenn ein geliebter Mensch stirbt, werden uns die einfachen Antworten aus der Hand geschlagen. Alles ist wieder gut? So einfach kann es nicht sein. Dann hätte das, wofür ein Mensch gelebt und gelitten hat, keinen Sinn. Dann wäre sein Leiden, sein Leben nur eine Randnotiz auf dem Weg ins ewige Glück, alle Trauer nur ein Irrtum.
Das kann ich nicht glauben.
Mir hilft die Erzählung von der Auferstehung Jesu. Als der Auferstandene seinen Jüngern das erste Mal begegnet, zeigt er ihnen die Wundmale der Kreuzigung an den Händen und am Körper. Die Jünger erkennen Jesus an dem, was man ihm angetan hat.
Für mich ist das tröstlich: Ich bleibe mit meinen Lieben verbunden; in den schönen Erinnerungen, aber auch in der Trauer und im Leid. Es muss nicht einfach alles weg, wofür sie gelebt, worunter sie gelitten haben.
Ich selbst muss auch nicht verstecken, was mich verletzt und was mir weh tut. Meine Wunden, meine Trauer und mein Schmerz sind Teil meines Lebens. An ihnen bin ich zu erkennen.
Die Wunden werden geheilt, die Narben bleiben; doch im Lichte der Liebe Gottes werde ich sie anders sehen.
Das ist meine Hoffnung.
Friedhelm Meiners, Pastor an St. Martini
Andacht in St. Martini
Allah ist groß schreien die Terroristen.
Unser Gott ist klein.
Er trägt ein menschliches Antlitz.
Gelitten, gekreuzigt und begraben.
Sagt nein zur Gewalt.
Die Bilder aus Paris.
Wir sehen und fühlen, was es heißt, von religiösen Faschisten terrorisiert zu werden. Wir ahnen, was es heißt, wenn solche Anschläge fast täglich passieren. Fassbomben von Hubschraubern auf die Märkte von Aleppo. Du bist deines Lebens nicht mehr sicher.
Darum ist Deutschland für so viele das gelobte Land – wie einst für Maria und Joseph Ägypten, ein Hort der Freiheit und der Sicherheit.
Tun wir alles, dass das so bleibt – und tun wir alles, dass auch Syrien wieder ein Ort wird, an dem die Menschen sicher wohnen.
Und die Familien der Täter? Wie können sie mit dem Kainsmal leben? Der Sohn, der Bruder ein gemeiner Mörder.
Unser Gott ist klein.
Sagt Nein zu Hass und Gewalt.
Trägt ein menschliches Antlitz.
Vergessen wir das nie.
Auch nicht im Angesicht unserer Feinde.
Andacht für NDR Radio Niedersachsen
Sie liegen in meiner Buchhandlung direkt neben der Kasse: Taschenbücher mit fröhlichen, bunten Einbänden: Sonnenblumen, Schäfchenwolken, das weite Meer oder eine mächtige Eiche. Lauter Ratgeber für ein glückliches Leben. Manchmal kann ich nicht widerstehen und greife zu. Aber das meiste ist nicht so toll. Es geht oft darum, das Schöne zu genießen und die lästigen Pflichten klein zu halten. Doch jetzt habe ich endlich mal einen Ansatz gefunden, der mich überzeugt.
Der Verhaltensforscher Paul Dolan sagt: Das Glück hat zwei Flügel: etwas Sinnvolles tun und Freude haben. Um glücklich zu sein, brauchst du beides. Aufgaben, die dich erfüllen und Dinge, die du einfach nur so tust, aus Spaß an der Freude. Nur Spaß haben macht das Leben hohl. Nur arbeiten auch.
Früher. Da haben wir Jugendlichen bei uns im Dorf beim Stroheinfahren geholfen. Jeden Tag bei einem anderen Bauern. Das war harte Arbeit. Aber am Abend wurde gefeiert. Wieder hatte eine Familie die Ernte unter Dach und Fach. Es war eine glückliche Zeit.
Wir sind glücklich, wenn wir eine sinnvolle Arbeit haben, etwas Gutes tun können. Und wir sind glücklich, wenn wir feiern, schöne Musik hören, uns an der Natur freuen. Das ist auch das Fundament meines Glaubens: Sorgt euch nicht – und sorgt euch sehr. Jesus betont beides. Seht die Schwalben am Himmel, sagt er, sie säen nicht, sie ernten nicht – und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Und auf der anderen Seite fordert Jesus dazu auf, sich zu engagieren, Sinnvolles zu tun. Zum Beispiel in dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Da wird einer überfallen, liegt halb tot im Straßengaben. Aber ein Handlungsreisender lässt alles stehen und liegen und hilft ihm.
Das ist es, was mich bei den meisten Ratgebern stört: Sie versprechen ein süßes, sorgloses Leben. Mir fehlt die Würze der Pflichten.
Ich glaube: Wer glücklich sein will, braucht eine Mischung aus sorglos und sinnvoll, aus Arbeit und Freude.
Andacht für den NDR, Radio Niedersachen, „Himmel und Erde“
Ich wünsch dir Liebe ohne Leiden. Erinnern Sie sich? So hieß ein Schlager von Udo Jürgens. Er hat ihn 1984 für seine Tochter Jenny gesungen. Ich wünsch ich Dir Liebe ohne Leiden und Glück für alle Zeit. Das wäre so schön. Ja, das wünschen Väter ihren Töchtern. Obwohl wir natürlich genau wissen, dass das nicht geht. Und Udo Jürgens wusste das natürlich auch.
Tatsächlich. Liebe ohne Leiden gibt es nicht. Man ist eine Weile verliebt, Schmetterlinge im Bauch… Doch auf die Dauer reicht das nicht. Liebe ohne Leiden wäre wie ein Schiff ohne Tiefgang. Wenn ich einen Menschen wirklich liebe, dann will ich ihn so annehmen wie er ist. Ich will für ihn da sein, wenn es ihm schlecht geht. Ich will ihm Mut machen in den Mühen des Alltags.
Ich werde oft gefragt: Wenn Gott unser Vater ist, müsste er dann nicht dafür sorgen, dass seine Kinder nicht leiden? Ich glaube das nicht. Ich glaube, dass er im Leiden bei uns ist.
Wie ein Vater von vier Kindern, der gefragt wird: Welches deiner Kinder liebst du am meisten? Keins von ihnen! Ich liebe alle meine Kinder gleich! antwortet er. Ach komm! bohrt der Frager, mach dir doch nichts vor! Der Vater denkt lange nach. Dann sagt er: Du hast Recht. Ich liebe immer das Kind am meisten, um das ich mich am meisten sorge. Wenn eines meiner Kinder krank ist, dann liebe ich das am meisten.
Wenn eines Probleme in der Schule hat liebe ich das am meisten. Wenn ein Kind Liebeskummer hat dann liebe ich das am meisten. Und wenn ein Kind das Gefühl hat, ein Versager zu sein, dann liebe ich das am meisten.
Genau das wünscht Udo Jürgens auch seiner Tochter: jemanden, der immer an ihrer Seite steht. Sein Lied ist fast ein Gebet:
Ich wünsch Dir Liebe ohne Leiden, und eine Hand, die Deine hält
Ich wünsch Dir Liebe ohne Leiden und dass Dir nie die Hoffnung fehlt
Und dass Dir Deine Träume bleiben und wenn du suchst nach Zärtlichkeit,
wünsch ich Dir Liebe ohne Leiden und Glück für alle Zeit